Das digitale Zeitalter ist auch die Ära des Freelancing: Orts- und zeitunabhängig zu arbeiten ist heute einfacher denn je. Selbstbestimmung und Flexibilität gehören längst zu den zentralen Aspekten, wenn es um die Frage nach einer erfüllenden Tätigkeit geht. Gleichzeitig schätzen immer mehr Unternehmen die Vorteile, die eine flexible Workforce aus externen Mitarbeitern mit sich bringt.

Daniel Barke und Marlon Litz-Rosenzweig haben die Zeichen der Zeit früh erkannt und mit WorkGenius eine Freelancing-Plattform der besonderen Art entwickelt. Denn WorkGenius bringt Unternehmen und Freelancer nicht nur zusammen, sondern unterstützt auch bei dem gesamten Prozess der Zusammenarbeit. Zu den Kunden zählen dabei sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch international agierende Konzerne. Der Freelancer-Pool beträgt rund 400.000 Menschen aus Europa und Nordeuropa – Tendenz steigend.

Im Interview mit Nils erklärt WorkGenius-Gründer und -Geschäftsführer Daniel Barke, was seine Plattform anders macht als andere Freelancer-Plattformen, woran die Zusammenarbeit mit externen Mitarbeitern bei so vielen Unternehmen scheitert – und wie man es besser machen kann.

WorkGenuis: Mehr als eine Freelancing-Plattform

Wenn von Freelancing-Plattformen die Rede ist, kommen schnell Namen wie Fiverr oder Upwork auf. Bei diesen und ähnlichen Plattformen können Freelancer und Kreative ihre Dienste anbieten und sich auf Ausschreibungen und Projekte von Unternehmen bewerben. Auch bei WorkGenius geht es darum, Freelancer und Unternehmen zusammen zu bringen.

WorkGenius bietet aber noch mehr. Durch die Kombination von künstlicher und menschlicher Intelligenz hilft das Unternehmen anderen Firmen dabei, den gesamten Prozess der Zusammenarbeit mit externen Mitarbeitern zu vereinfachen und einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf zu ermöglichen. WorkGenius übernimmt bei Bedarf nicht nur eine Vorauswahl geeigneter Bewerber und das eigentliche – sehr stark technologisch getriebene – Matchmaking, sondern auch die Kommunikation und die bürokratische Abwicklung von der Bezahlung bis zur Compliance.

Gerade für große Unternehmen, die mit einer Vielzahl von Freelancern zusammenarbeiten, ist eine solche Unterstützung laut Barke zentral. Wer nur hin und wieder einen externen Mitarbeiter für kleinere Projekte benötige, der könne sicherlich gut mit einer klassischen Freelancer-Plattform arbeiten. Wer aber darüber nachdenkt, die externen Ressourcen stark auszuweiten und regelmäßig mit vielen verschiedenen Freelancern zusammenzuarbeiten, der könne das kaum über eine herkömmliche Freelancer-Plattform abwickeln.

„Wenn ich mir vorstelle, hundert Leute einzeln über entsprechende Plattformen zu beschäftigen, verliere ich mich so stark in dem Overhead, dass es am Ende keinen Sinn mehr macht, die flexiblen Ressourcen zu nutzen“, erklärt Barke. Und weiter: „Flexible Ressourcen müssen wirklich flexibel sein. Es bringt nichts, wenn ich einen Freelancer suche, der zwei Wochen für mich arbeitet, ich aber vier Wochen brauche, um ihn zu finden und zu briefen.“

Klare Prozesse für die Suche nach externen Arbeitskräften

Gerade bei der Suche nach guten externen Mitarbeitern spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle, ist Barke überzeugt. Digitalisierung ist für ihn letztlich „ein Aufbrechen von bestehenden Strukturen“. Bezogen auf die Zukunft des Arbeitens bedeute das beispielsweise, dass Unternehmen eben nicht mehr die komplette Workforce bei sich intern auf dem Bürostuhl sitzen haben müssen. Im Gegenteil: Eine Erweiterung der Ressourcen durch unabhängig arbeitende Freelancer sei für viele Unternehmen nachhaltiger und sinnvoller.

Digitalisierung im HR-Bereich heißt für Barke deshalb auch, dass insbesondere bei der Suche nach externen Mitarbeitern neue, digitale Prozesse geschaffen werden. Denn während es bei der Auswahl von internen Mitarbeitern bereits standardisierte, zum Teil sehr aufwändige Selektionsprozesse gibt, die darauf abzielen, die besten Bewerber ins Unternehmen zu holen, sind Barke zufolge kaum Prozesse vorhanden, die sich um Freelancer oder flexible Ressourcen kümmern.

Freelancing als Arbeitsform der Zukunft

„Das ist häufig ein Thema, dass nicht zentral über HR läuft, sondern das die einzelnen Bereiche selbst angehen“, erläutert Barke. Nicht selten würden Aufgaben dann an Freunde oder Bekannte verteilt – ein Vorgehen, das mit Blick auf die Vergabe von internen Stellen unvorstellbar wäre. Und auch bei der Suche nach geeigneten Externen sei eine solche Praxis nicht zielführend, da zunehmend mehr Projekte über Freelancer laufen:

„Unternehmen müssen aufpassen“, ist Barke überzeugt. In den USA seien beispielsweise bereits heute 40 Prozent der Workforce freiberuflich aktiv. Auch in Europa werde das irgendwann der Fall sein. „Und wenn ich als Unternehmen meine Prozesse darauf nicht ausgerichtet habe, dann kriege ich natürlich irgendwann ein Riesenproblem.“

Mehrwert auch für Freelancer

Genauso wichtig wie die Unterstützung der Unternehmen ist Barke, dass die Freelancer, die sich auf WorkGenius anmelden, mit der Plattform zufrieden sind. „Unser Produkt muss für beide Seiten eine Daseinsberechtigung haben“, so Barke, „denn nur so können auch wir letztlich unseren Teil damit verdienen.“

Für Freelancer bietet die Plattform auf ganz unterschiedliche  Weise einen Mehrwert. Einer der wichtigsten Aspekte: Die Freelancer müssen sich nicht um die Kundenakquise kümmern und lange Angebote schreiben, auf die sie eventuell nie eine Rückmeldung erhalten. Außerdem gibt WorkGenius den Freelancern eine gewisse Planungssicherheit, was das monatliche Einkommen betrifft. Das schafft die Plattform einerseits, indem jedem Freelancer garantiert wird, dass der Verdienst innerhalb von 24 Stunden nach Auftragsabschluss auf seinem Konto ist. Andererseits informiert WorkGenius die Freelancer über Projekte, die den bisherigen Projekten ähneln, und rechnet das Auftragsvolumen aus, das die Freelancer mit den zusätzlichen Projekten in den nächsten Wochen verdienen könnten.

Feste Preise gegen das Preisdumping

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Freelancern zugutekommt und WorkGenius von vielen anderen Freelancer-Plattformen abhebt, ist die Preistransparenz beziehungsweise das Festsetzen der Preise.

Während auf anderen Marktplätzen oft ein starker Preiskampf herrscht und Dienstleistungen zu geradezu unethisch niedrigen Preisen angeboten werden, gibt es auf WorkGenius standardisierte Preise, die anhand verschiedener Daten berechnet werden. Zwar gibt es unterschiedliche Preisstufen. Diese bemessen sich aber ausschließlich an dem jeweiligen Qualitäts- und Erfahrungslevel der Freelancer. Darüber hinaus ist es den Freelancern nicht möglich, von den vorgegebenen Preisen abzuweichen.

Das Briefing entscheidet über den Erfolg

Der Hintergedanke: Auf WorkGenius soll ein Preiskampf ganz bewusst vermieden werden. Denn gerade in Deutschland würde das Thema externe Ressourcen häufig immer noch mit dem Outsourcing an billige Arbeitskräfte in Niedriglohnländern verknüpft werden. Diese gedankliche Verknüpfung wollen die Gründer der Plattform auflösen, indem sie den Unternehmen klar sagen: „Wir geben dir die besten Leute, aber die besten Leute haben auch ihren Preis.“

Und noch in einem weiteren wichtigen Punkt unterstützt WorkGenius die Freelancer und erleichtert ihnen ihre Arbeit. Nämlich wenn es um das Thema Kommunikation und Briefing geht. Im Büroalltag seien viele es oft nicht gewohnt, akkurat zu briefen, weil sie ihr Briefing jederzeit nachjustieren und wichtige Details später noch zurufen können, erläutert Barke. Wenn man aber jemanden remote briefe, werde es wesentlich wichtiger, gleich zu Beginn akkurat zu sein, weil das Konkretisieren im Nachgang schwieriger sei. Das Problem sei dabei dann aber nicht das eigentliche Arbeiten auf Remote-Basis, sondern die Kommunikation.

Deshalb unterstützt WorkGenius auch in Sachen Briefing und sorgt dafür, dass mit dem Einsatz von Briefing-Generatoren und Briefing-Checks eine Auftragsbeschreibung entsteht, die alle wesentlichen Informationen enthält, damit der Freelancer das Projekt erfolgreich ausführen kann, ohne dass unnötige Briefing- und Korrekturschleifen entstehen.

Übrigens: Die Gründer von WorkGenius sind so von ihrem Produkt überzeugt, dass sie ihre Plattform auch selbst immer wieder nutzen, um Freelancer für eigene Projekte zu finden – oder wie es Barke ausdrückt: „Wir essen unser eigenes Essen.“ Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen können sie so auf ihren eigenen riesigen Pool an Fachkräften zurückgreifen. Zum anderen werden sie als Tester des eigenen Produkts schneller auf Pain Points aufmerksam und können eventuelle Hürden und Probleme schneller beheben.

Viel Spaß beim Zuhören!

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